291 Wörter · etwa 3 Minuten Redezeit
Liebe Gäste, liebe Familien, liebe Anna, ich stehe hier als der Mann, der vor drei Jahren zu Anna gesagt hat: "Ich halte keine Reden." Anna hat damals genickt und gesagt: "Wir werden sehen." Sie hatte recht. Sie hat meistens recht, das ist einer der Gründe, warum wir heute hier sind. Zuerst ein Dank an euch alle. Ihr seid aus vier Ländern und sieben Bundesländern angereist, ihr habt Kinder umgebucht, Hunde untergebracht und Urlaub genommen. Dass ihr hier seid, macht diesen Tag zu dem, was er ist. Danke an Annas Eltern, die mich von der ersten Minute an behandelt haben, als würde ich schon dazugehören, inklusive Gartenarbeit. Danke an meine Eltern, die mir gezeigt haben, wie zwei Menschen fünfunddreißig Jahre lang miteinander lachen können. Und danke an unsere Trauzeugen, die die letzten Monate mit einer Geduld begleitet haben, die an Heiligkeit grenzt. Anna, als wir uns kennengelernt haben, hast du mich gefragt, was ich am Wochenende mache. Ich habe gesagt: "Nichts Besonderes." Du hast gesagt: "Das ändern wir." Seitdem war kein Wochenende mehr nichts Besonderes. Du hast mich auf Berge geschleppt, in Museen, auf Flohmärkte um sieben Uhr morgens. Du hast mich gelehrt, dass man Menschen nicht nur mag, sondern sich für sie interessiert. Was ich an dir am meisten liebe, ist deine Art, Menschen zu sehen. Du merkst, wenn jemand am Tisch still wird, und du stellst ihm die richtige Frage. Du hast das bei mir auch getan, an unserem zweiten Abend, und ich rede seitdem mehr, als ich je gedacht hätte. Ich verspreche dir, dass ich weiter mitkomme, auf jeden Berg, zu jedem Flohmarkt. Und ich verspreche dir, dass ich nie wieder sage, ich halte keine Reden. Bitte erhebt mit mir das Glas: Auf Anna, auf euch alle, auf heute!