269 Wörter · etwa 2 Minuten Redezeit
Liebe Lena, lieber Jonas, liebe Gäste, ich bin Jonas' Trauzeuge, und ich habe für heute genau eine Aufgabe bekommen: Ein paar Worte sagen, nicht zu lang, nicht zu peinlich. Eines von beiden schaffe ich. Jonas und ich kennen uns seit der siebten Klasse. Damals hat er mir versprochen, dass er mir bei Mathe hilft. Das war seine erste große Lüge, und ich habe ihm trotzdem vertraut. Seitdem haben wir zusammen gewohnt, zusammen Prüfungen bestanden und zusammen mehr Umzugskartons getragen, als ein Rücken verdient. Und dann kam Lena. Ich weiß noch genau, wie Jonas nach eurem ersten Treffen bei mir saß und eine Stunde lang von einer Frau erzählt hat, die ihn beim Tischkicker vernichtet hatte. Er war komplett verloren, und ich habe schon damals gedacht: Das wird ernst. Lena, du hast aus meinem chaotischen besten Freund einen Menschen gemacht, der pünktlich kommt, Pflanzen am Leben hält und sonntags anruft, um zu fragen, wie es einem geht. Ich kenne niemanden, der ihm so gut tut wie du. Und Jonas, ich habe dich selten so ruhig und so glücklich gesehen wie in dem Moment, als du heute vorne gestanden hast. Ihr zwei seid ein Team. Ihr lacht über dieselben Dinge, ihr streitet fair, und ihr merkt, wenn der andere einen schweren Tag hatte, bevor er es selbst weiß. Das ist selten, und ihr habt es. Ich wünsche euch, dass ihr euch diese Aufmerksamkeit füreinander bewahrt. Dass ihr weiter viel lacht, auch übereinander. Und dass ihr in zwanzig Jahren noch genauso Tischkicker spielt wie heute, nur dass Jonas vielleicht endlich einmal gewinnt. Bitte erhebt mit mir das Glas: Auf Lena und Jonas!